Radetzky-Kaserne

Standort 
Riedenburgstraße 38, 3580 Horn

Geschichte

In Behandlung einer Zuschrift des Bundesministeriums für Landesverteidigung vom 16.09.1936 erklärte sich die Stadtgemeinde Horn bereit den Neubau einer Kaserne durchzuführen und – neben anderen Zugeständnissen – eine eigene Straße, die heutige Riedenburgstraße anzulegen. Die Bauführung lag in den Händen des Staatssekretärs für Landesverteidigung General der Infanterie Wilhelm Zehner, Bauleiter war Oberstleutnant Ing. Höfer. Im Projekt wurde seitens des Bundesministeriums für Landesverteidigung der Umbau zweier vorhandener Objekte, nämlich eines Wohngebäudes und eines zweigeschossigen Fabrikgebäudes in ein Stab-, Werkstätten- und Remisengebäude, sowie der Neubau von zwei Wohngebäuden genehmigt.

Bereits am 20.10.1937 wurde die in Krems aufgestellte Wirtschaftsstelle nach Horn in Marsch gesetzt, um hier die Verlegung des IV. Bataillons des Infanterieregimentes (IR) Nr. 6 von Krems nach Horn vorzubereiten, welches unter dem Kommando von Obst Hozy am 26.10.1937 eintraf. Der feierlichen Eröffnung der Albrechtskaserne stand somit nichts mehr im Wege.

Mit Jahresende 1938 wurde die Überführung des Österreichischen Heeres der 1. Republik in die Deutsche Wehrmacht abgeschlossen und auch die Albrechtskaserne in Horn bot den verschiedensten Verbänden der Wehrmacht Unterkunft. Ab 09.05.1945 wurde die Kaserne durch das russische Heer annektiert und als Kriegsgefangenenlager verwendet. 

Am 30.09.1956 wurde das ursprünglich in Spittal / Drau aufgestellte Feldjägerbataillon in Horn offiziell empfangen. Schon kurze Zeit später stand das Feldjägerbataillon 9 im Zusammenhang mit den Ereignissen in Ungarn in Alarmbereitschaft. Im Zuge zweier Umgliederungen wurde das Feldjägerbataillon 9 zuerst zum Panzerbataillon 9 und schließlich 1962 zum Panzergrenadierbataillon 9, welches 2008 im Zuge der Bundesheerreform 2010 aufgelöst wurde. Ende 1967 erfolgte die Umbenennung der Albrechtskaserne in Radetzkykaserne. Seit 2008 beheimatet die Kaserne die zwei Aufklärungskompanien des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 4 sowie ab Mitte 2009 das Kommando Referat Dienstbetrieb.    

Namensgeber

Die Kaserne wurde benannt nach Johann Joseph Wenzel Anton Franz Karl Graf Radetzky von Radetz. Radetzky wurde am 02.11.1766 in Böhmen geboren und starb am 05.01.1858 in Mailand. Er war ein Feldmarschall, böhmischer Adeliger und einer der bedeutendsten Heerführer Österreichs. Radetzky trat 1784 als Kadett in das 2. Kürassierregiment ein und beteiligte sich 1788/89 am Türkenkrieg. Schon 10 Jahre später 1799 wurde er aufgrund seiner ausgezeichneten Leistungen zum Oberst befördert. Zu Beginn des Feldzugs von 1805 wurde Radetzky als Generalmajor nach Italien versetzt.

1809 kämpfte er im 5. Armeekorps als Befehlshaber der Vorhut bei Braunau ebenfalls mit Auszeichnung und stieg nach der Schlacht bei Aspern zum Feldmarschallleutnant auf. In diesem Jahr wurde er ebenfalls zum Generalstabschef ernannt, konnte aber aufgrund der strikten französischen Vorgaben und mangels finanzieller Ressourcen seine ehrgeizigen Reformvorhaben des Heeres nicht verwirklichen.

1813 entwickelte er als Chef des Quartiermeisteramts den Plan zur Völkerschlacht bei Leipzig. Er organisierte in der Folgezeit das österreichische Heer neu und diente im Stab des Fürsten Schwarzenberg. Von 1831 bis 1857 war er Generalkommandant der österr. Armee im lombardo-venezianischen Königreich. Im Jahr 1836 wurde er zum Feldmarschall ernannt. Erst am 28.02.1857 im alter von 90 Jahren war Radetzky in den Ruhestand versetzt worden. Mit 72 Dienstjahren in der k.k. Armee brach er viele Soldatenrekorde, z.B. diente er unter fünf Kaisern und nahm an nicht weniger als 17 Feldzügen teil. Insgesamt erhielt Radetzky 146 in- und ausländische Orden, darunter das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens, das Großkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens und den Orden vom Goldenen Vlies. Radetzky starb am 05.01.1858 in Mailand. Am 19.01.1858 wurde er am Heldenberg in Niederösterreich beigesetzt.