Pontlatz-Kaserne

Standort 
Urichstraße 48, 6500 Landeck

Landeck liegt am nördlich Rand des Naturparks Kaunertal. Die Stadt ist die westlichste Kleinstadt Tirols. Das Inntal bildet hier einen Talkessel, in dem östlich von Landeck auch Zams liegt. Schon in der Römerzeit war der Landecker Talkessel an der Via Claudia und dem Pfad über den Arlberg ein Verkehrsknoten. Im Mittelalter wurde der Verkehr und Handel von drei Burgen kontrolliert (Burg Landeck, Burg Schrofenstein und Kronburg). Burg und Schloss Landeck diente als Gerichtssitz der Grafen von Tirol. 1824 wurde die Arlbergstraße fertig gestellt. Dadurch erhielt Landeck eine Poststation. 1868 wurde Landeck zum Bezirkshauptort, der aus fünf Stadtteilen besteht (Angedair, Perfuchs, Perfuchsberg, Perjen und Bruggen). 1904 wurde Landeck zum Markt und 1929 zur Stadt erhoben. Die Inntal Autobahn A12 verbindet Landeck mit Innsbruck, westlich von Landeck führt sie als Arlberg-Schnellstraße S16 weiter. In Richtung Süden führt die Verbindung über den Reschenpass nach Südtirol und ins Engadin.

Geschichte

Die Pontlatzkaserne in Landeck wurde im Jahre 1937 erbaut. Sie bestand zu diesem Zeitpunkt aus sieben Gebäuden, drei Mannschafts-, einem Kommando- und einem Schulgebäude, dem Küchengebäude und dem Stall. Die Kaserne wurde vom Wiener Infanterieregiment Nr. 6 "Hoch- und Deutschmeister" bezogen. Zu Kriegsbeginn war das III. Bataillon/Gebirgsjägerregiment 136 der deutschen Wehrmacht in der Pontlatzkaserne stationiert. Nach dem Krieg war die Kaserne von der französischen Besatzungsmacht besetzt und wurde nach Abschluss des Staatsvertrages vom Österreichischen Bundesheer übernommen. Sie war lange Jahre Heimat für eine Tragtierstaffel des Bundesheeres. Momentan sind die 2. Jägerkompanie und die 3. Jägerkompanie des Jägerbataillons 23 in der Kaserne stationiert. Beim Lawinenunglück von Galtür im Jahre 1999 wurde die Kaserne als Einsatzzentrale benützt. Durch die Pressevertreter aus allen Teilen der Welt kam die Pontlatzkaserne weltweit in die Schlagzeilen.

Namensgebung

Die Landecker Kaserne wurde nach den siegreichen Gefechten an der Pontzlatzbrücke in den Jahren 1703 und 1809 benannt. Diese Innbrücke liegt im oberen Inntal, nördlich des Dorfes Prutz und ca. 12 Kilometer südlich von Landeck auf einer Seehöhe von 863 Metern. Sie bildete bis 1978 die offizielle Grenze zwischen dem damaligen Gerichtsbezirk Ried im Oberinntal und dem Gerichtsbezirk Landeck und wird noch heute mit dem Begriff "Oberes Gericht" benannt. An der Pontlatzer-Brücke querte bereit die römische Via Claudia den Inn.

Der Name leitet sich von "Pons Ladis" was Brücke von Ladis bedeutet ab. Die Engstelle bei der Brücke bot zweimal, im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 und in den Napoleonischen Kriegen 1809 einen Hinterhalt für die Verteidiger gegen bayrische Truppen. Als 1703 der bayrische Kurfürst Maximilian II Emanuel Tirol besetzte, wurde eine im Juli zum Reschenpass marschierende Truppe mittels Steinlawinen und von auf den Hängen postierten Schützen aufgerieben. Dieser Erfolg bei geringen eigenen Verlusten war das Signal zum Aufstand. Als 1809 bayrische Truppen in Tirol einmarschierten, gerieten sie am 8. und 9. Juli zwischen den Brücken von Pontlatz und Prutz in ein Gemetzel, welches wiederum bei geringen eigenen Verlusten für die Tiroler siegreich war. Diese Schlacht wird zu den drei großen Siegen gegen Napoleon gewertet, hatte aber bei weitem nicht die Bedeutung wie die Schlacht 1703.