• Sliderbild Ehrenhalle mit Ehrenmal ÖBH, Äußeres Burgtor / Österreichisches Heldendenkmal, 1010 Wien, Wien
  • Sliderbild Fresken Außenseite, Amtsgebäude Stiftgasse, 1070 Wien, Wien
  • Sliderbild Gedenkstein 1967, Fliegerhorst Hinterstoisser, 8740 Zeltweg, Steiermark
  • Sliderbild Gedenkstein zur Hinrichtung ungarischer Widerstandskämpfer, Belgier Kaserne, 8052 Graz, Steiermark
  • Sliderbild Stiftskirche, Stiftskirche, 1070 Wien, Wien
  • Sliderbild Denkmal und Gedenkstein, Windisch Kaserne, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, Kärnten
  • Sliderbild Gedenkstein Fliegerschule und Fliegerregiment, Fliegerhorst Hinterstoisser, 8740 Zeltweg, Steiermark
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  • Sliderbild Gedenkstein Jägerbataillon 26 und der Traditionsvereine, Türk Kaserne, 9800 Spittau an der Drau, Kärnten
  • Sliderbild Soldatenkirche Sel. Engelbert Kolland, Belgier Kaserne, 8052 Graz, Steiermark
  • Sliderbild Militärpfarrkirche des Militärkommandos Wien, Militärkirche St. Johann Nepomuk, 1130 Wien, Wien
  • Sliderbild Erinnerungsdenkmal, Khevenhüller Kaserne, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, Kärnten

Maximilian-Kaserne

Standort 
Fischauer Gasse 66, 2700 Wiener Neustadt

Wiener Neustadt ist die zweitgrößte Stadt Niederösterreichs und liegt etwa 50 km südlich der Hauptstadt Wien. Sie ist Statutarstadt und Verwaltungssitz des Bezirkes Wiener Neustadt-Land. Die Stadt ist eine bekannte Schul- und Einkaufsstadt. Wiener Neustadt ist derzeit die elftgrößte Stadt in Österreich.

Wiener Neustadt liegt im Steinfeld, dem südlichen Teil des Wiener Beckens. Das Stadtgebiet wird von der warme Fischa und dem Kehrbach durchflossen, die sich am nordöstlichen Stadtrand vereinigen. Im Osten der Stadt bildet die Leitha die Grenze zum Burgenland. Das Stadtgebiet erstreckt sich von Norden nach Süden rund 14 km und von Osten nach Westen rund 6,5 km. Und so wurde Wiener Neustadt gegründet. Das steirische Fürstengeschlecht der Traungauer starb im Jahre 1192 aus. Die Babenberger erbten dann das Herzogtum Steiermark mit der Grafschaft Pitten. Bis in das 16. Jahrhundert blieb die Grafschaft Pitten steirisch. Der Babenberger Herzog Leopold V. konnte 1194 aufgrund des Lösegeldes, das für den englischen König Richard Löwenherz erhielt, die Neustadt (Nova Civitas) ausbauen. Anfangs diente sie vor allem als Grenzfestung gegen Ungarn. Der Stadt wurden wichtige Privilegien erteilt, um ihr Gedeihen zu fördern.

Im 15. Jahrhundert erlebte Wiener Neustadt eine Blütezeit, da Kaiser Friedrich III. sie neben Linz und Graz als Residenzstadt nutzte. Die Wappenwand an der Burg zeigt ihn inmitten der Wappen seiner Besitzungen. Auch sein Sohn Maximilian I. hielt Hof in Wiener Neustadt, wo er auch in der St. Georgs-Kathedrale seine letzte Ruhe fand. Im Jahre 1469 wurde auf Betreiben Friedrichs III. das Bistum Wiener Neustadt gegründet, welches aber aufgrund des Widerstands der für Niederösterreich zuständigen Bischöfe von Passau nur für die Stadt selbst zuständig war und nicht zum Landesbistum ausgebaut werden konnte. Spätestens seit Mitte des 13. Jahrhunderts ist eine jüdische Gemeinde in Wiener Neustadt belegt. Da die Stadt zur Steiermark gehört, blieben die Juden sowohl von den Verfolgungen des Jahres 1338 als auch von den Pogromen zur Zeit der Pest (1348/49) verschont. Das Ende der jüdischen Gemeinde kam, als Maximilian I. im Jahr 1496 die Vertreibung aller Juden aus der Stadt verfügte und ihnen „auf ewige Zeit“ verbot, sich erneut hier niederzulassen. Nach einer fast zweijährigen Belagerung der Stadt durch die Ungarn unter König Matthias Corvinus wurde Wiener Neustadt, auf ungarisch Bècsùjhely, im August 1487 erobert. Der König schenkte den Wiener Neustädtern aufgrund ritterlicher Tradition einen Prunkpokal, den sogenannten Corvinusbecher. Erst 1490 gelang es König Maximilian I. seine Vaterstadt zurückzuerobern.

Im 16. Jahrhundert verlor Wiener Neustadt den Status einer Residenz und büßte an Bedeutung ein. Ihre Funktion als Bollwerk gegen Türken und Kuruzen erfüllte sie auch weiterhin. Erst 1751 erlangte Wiener Neustadt wieder größere Bedeutung, als Maria Theresia beschloss, in der kaiserlichen Burg ein adeliges Kadettenhaus einzurichten. Die Theresianische Militärakademie nahm 1752 den Unterricht auf und besteht mit einer kurzen Unterbrechung bis heute. Ab dem 17. Jahrhundert setzte sich langsam die Bezeichnung Wienerische Neustadt und schließlich Wiener Neustadt durch, vor allem eine Unterscheidung zu den anderen gleichnamigen Orten im Kaiserreich zu bieten, die jedoch allesamt von Wien weiter entfernt lagen. 1768 erlitt Wiener Neustadt schwere Schäden aufgrund eines Erdbebens. Die Burg die beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen wurde, benötigte einen Wiederaufbau, der nach den Plänen des Baumeisters Nikolaus Pacassi erfolgte.

1785 veranlasste Kaiser Joseph II. die Transferierung des Bistums von Wiener Neustadt nach St. Pölten. In der folge wurden alle Klöster in Wiener Neustadt mit Ausnahme des Zisterzienserstiftes Neukloster und des Kapuzinerklosters aufgehoben. In den frei gewordenen Gebäuden wurden Manufakturen eingerichtet, die den Grundstein für die Industrie in Wiener Neustadt bildeten. War es zunächst Textilindustrie, folgten zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Papierfabrik, eine Zuckerfabrik und eine Tonwarenerzeugung.

Der Wandel zur Industriestadt begann mit der Eröffnung der Südbahn von Wien bis Wiener Neustadt im Juni 1841. Schon im folgenden Jahr wurde eine Lokomotivfabrik gegründet, aus schließlich die Wiener Neustädter Lokomotivfabrik hervorging. Neben anderen Fabriken, die sukzessive entstanden, errichtete ab 1899 die Firma Austro Daimler in einer ehemaligen Maschinenfabrik eine große Fahrzeugfabrikation. Die Industrialisierung bewirkte starken Zuzug von Arbeitskräften, sodass Wiener Neustadt in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die zweitgrößte Stadt Niederösterreichs (nach Wien) war. Äußeres Zeichen der gestiegenen Bedeutung war die Verleihung eines eigenen Statuts im Jahr 1866, das nach den Wahlen im Jahr 1868 in Kraft trat.

Im Jahr 1909 wurde im Norden der Stadt ein Flugfeld errichtet. Bereits 1911 wurde in Wiener Neustadt die erste österreichische Flugwoche abgehalten. Das Wiener Neustädter Flugfeld diente den Flugpionieren Igo Etrich, Karl Illner und Adolf Warchalowski für ihre Flugversuche und war das erste offizielle österreichische Flugfeld.

Im Ersten Weltkrieg war Wiener Neustadt auf Grund seiner Industriebetriebe ein Zentrum der Rüstungsindustrie. Am 10. Juni 1916 forderte ein Tornado 32 Tote und 228 Verletzte. Der Sachschaden war beträchtlich. Die Folgen der Niederlage der österreichisch-ungarischen Monarchie im Ersten Weltkrieg führten zu einem Niedergang der Industrie. Mangels Nachfrage im klein gewordenen Wirtschaftsraum Österreich mussten die großen Fabriken schließen. Die Flugzeugproduktion musste wegen des Vertrages von Saint Germain aufgegeben werden. Die Weltwirtschaftskrise tat ihr Übriges.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde in Wiener Neustadt kriegswichtige Industrie angesiedelt. Bereits 1940 produzierten die Wiener Neustäter Flugzeugwerke ein Viertel der Gesamtproduktion der Messerschmidt-109 Jagdflugzeuge. In den Raxwerken, der ehemaligen Wiener Neustädter Lokomotivfabrik, wurde hier ab 1943 auch mit der Montage von A4-Raketen begonnen. Aufgrund dieser Konzentration von Kriegsindustrie und der britischen "moral bombing" Strategie wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig mit rund 50.000 Bomben in Schutt und Asche gelegt. Von den damals 3.000 Gebäuden blieben nur 18 unversehrt.

Für den wiederaufbau rief 1946 die Stadtverwaltung die Bevölkerung zum freiwilligen Arbeitseinsatz auf, um tausende Tonnen Schutt aus der Stadt zu entfernen. Als 1955 Österreich durch den Staatsvertrag seine Souveränität wiedererlangt hatte, war auch der Wiederaufbau der zerstörten Stadt großteils abgeschlossen.

Namensgeber

Maximilian I. von Habsburg, geb. 22. März 1459 in Wiener Neustadt, gest. 12 Jänner 1519 in Wels, war deutscher König und seit 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Er wurde auch der letzte Ritter und der erste Kanonier genannt. Maximilian wurde auf der Burg in Wiener Neustadt als Sohn Kaiser Friedrich des III. und Eleonore Helenas von Portugal geboren. Somit war er Erzherzog von Österreich und trug diesen Titel schon als Kind.

1462 und 1463 erlebte er als Vierjähriger die Auseinandersetzungen zwischen seinem Onkel Albrecht VI. und seinem Vater Kaiser Friedrich III. in Wien. Die Wiener öffneten damals Albrecht die Tore, obwohl Friedrich in der Stadt weilte und Albrecht sein erklärter Gegner war. Sie feierten diesen als neuen Befehlshaber und Heilsbringer für die Stadt, belagerten gemeinsam die Hofburg und beschossen diese tagelang mit den beiden vorhandenen Kanonen. Maximilian verzieh den Wienern nie. Deshalb hielt er sich trotz der Tatsache, dass Wien Residenzstadt seines Erzherzogtums war, später nur selten dort auf und residierte lieber in Wiener Neustadt.

Früh weckte seine Mutter Eleonore die Träume von einem Heldenleben in ihm. Die einsame und frustrierte Frau wollte nicht, dass ihr Sohn ein ebensolcher menschenscheuer Geizhals wie sein Vater Friedrich wird. Sie erzählte ihm nächtelang alte portugiesische Heldensagen und ließ das Kind lieber tanzen und mit Pfeil und Bogen schießen, als ihn zum Lernen anzuhalten, wie es der Vater lieber gehabt hätte. Als der Sohn acht Jahre alt war und die Mutter starb, konnte er bei weitem besser reiten und fechten als Latein. Er war sein Leben lang ein glänzender Turnierkämpfer, aber ein schwacher Lateiner.

1477 heiratete er Maria von Burgund, die Tochter Herzog Karls des Kühnen und Erbin des Hauses Burgund. Sie wurde als eine der schönsten Frauen der damaligen Zeit beschrieben. Mit Maria hatte er zwei Kinder, Philipp I. von Kastilien (1478) und Margarethe (1480). Durch den frühen Tod Marias nach einem Jagdunfall (1482) fielen Maximilian bzw. seinem und Marias Sohn die Niederlande, die Freigrafschaft Burgund und das eigentliche Herzogtum Burgund zu., das allerdings französisches Lehen war und sofort von Frankreich besetzt wurde. Dessen Versuche, auch weitere ehemals französische Territorien aus der burgundischen Erbschaft zurückzuerobern, konnte Maximilian 1479 durch den Sieg seiner Truppen in der Schlacht bei Guinegate verhindern. Allerdings verlobte er bald danach seine kleine Tochter mit dem jungen französischen König Karl VIII., dem sie eben jene Territorien als Mitgift einbringen sollte (wozu es aber nicht kam).

Am 16. Februar 1486 wurde Maximilian noch zu Lebzeiten seines Vaters in Frankfurt am Main zu Rex Romanorum gewählt. Am 09. April 1486 erfolgte seine Krönung in Aachen. Im langwierigen Krieg gegen die Franzosen stand Maximilian nicht nur einmal am Rand der Niederlage. Er wurde sogar in Brügge von seinen eigenen unzufriedenen Untertanen ins Gefängnis geworfen (Jänner – Mai 1488), sein alter Vater Friedrich stellte aber eine Armee zusammen, befreite seinen Sohn und schaffte es auch, die Lage in Burgund einigermaßen zu stabilisieren. Die Teilung in die Albertinische und die Leopoldinische Linie des Hauses Habsburg ging am 19. März 1490 zu Ende. Erzherzog Sigmund von Tirol sorgte durch seinen Verzicht auf die Regierung in Tirol zu Gunsten König Maximilians I. für die Wiedervereinigung der Habsburgischen Besitzungen.

1490 heiratete Maximilian per procurationem, d.h. ohne persönliche Anwesenheit, Anna die junge Herzogin und Erbin der Bretagne. Er musste aber erleben, wie 1941 die noch nicht vollzogene Ehe aufgelöst wurde und Anna Karl VIII. heiratete, der deshalb Margarete zurückschickte, die inzwischen einen Großteil ihrer Kindheit am französischen Hof verbracht hatte. Nach dem Tod seines Vaters, des Kaisers Friedrich III, im Jahre 1493 trat Maximilian als römisch-deutscher König dessen Nachfolge an. Erst im Jahre 1508 nahm Maximilian den Titel "erwählter Kaiser" an.

Als 1495 Karl VIII. im Handstreich das Königreich Neapel eroberte, auf dessen Krone er Ansprüche geltend machte, bildete Maximilian mit dem Herzog von Mailand, der Republik Venedig, dem Papst und König Ferdinand II. von Aragòn die Heilige Liga. Bei dieser Gelegenheit verlobte er seine Tochter Margarete mit Ferdinands Sohn Juan, dem voraussichtlichen Erben der Kronen Aragons und Kastiliens. Im Jahre 1496 verheiratete Maximilian seinen Sohn Phillip mit Ferdinands Tochter Johanna der Wahnsinnigen. Da der spanische Thronerbe nur wenige Monate nach der Heirat mit Maximilians Tochter Margarete im Jahre 1497 starb, rückte Johanna, die Gemahlin Phillips des Schönen, als aragonisch-kastilische Thronerbin nach. Durch Maximilians Allianz mit Spanien fühlte sich Frankreich von Osten und Südwesten zugleich bedroht, und der habsburgisch-französische Gegensatz begann, der die europäische Geschichte für die nächsten 250 Jahre prägen sollte.

1495 initiierte Maximilian auf dem Reichstag zu Worms eine umfassende Reichsreform, die eine reichsweite Steuer, den Gemeinen Pfennig, und einen Ewigen Landfrieden vorsah, letzteren allerdings gegen den Willen Maximilians und auf Druck der Reichsstände. Die komplexen Strukturen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation konnte die Reform jedoch nicht aufbrechen. Von den Institutionen, die aus ihr hervorgingen, hatten die neugebildeteten Reichskreise und das Reichskammergericht Bestand.

Am 4. Februar 1508 nahm Maximilian mit Zustimmung von Papst Julius II. im Dom zu Trient die Kaiserwürde an. Er nannte sich von da an Erwählter Römischer Kaiser. Eine Kaiserkrönung in Rom konnte nicht stattfinden, weil die Republik Venedig den Durchzug durch ihr Gebiet verweigerte. Um den wachsenden Druck zu vermindern, der durch die Beistandsverträge der Herrscher Frankreichs, Polens, Ungarns, Böhmens und Russland auf dem Reich lastete, aber auch um Böhmen und Ungarn für Habsburg zu sichern, traf sich Maximilian 1515 mit den jagiellonischen Königen Wladislaw II. von Ungarn und Böhmen und Sigismund I. von Polen in Wien. Dabei setzte er auch die Familie Radziwill in den Reichsfürstenstand. Die dort arrangierten Hochzeiten brachten dem Haus Habsburg ein Jahrzehnt später die Kronen von Ungarn und Böhmen ein. Freundschaftliche Beziehungen unterhielt Maximilian auch zu den russischen Zaren Iwan III. und Wassili III., doch die von Kaiser und Papst angestrebte Kirchenunion gelang nicht.

Maximilian starb auf der beschwerlichen Reise von Innsbruck zum Landtag nach Linz in der Burg von Wels, vermutlich an Darmkrebs. Maximilians Nachfolger als Kaiser wurde sein in den Niederlanden aufgewachsener Enkel Karl V., Sohn des schon 1506 verstorbenen Philipp und Johannas. Zum Vormund seiner Enkel und zur Regentin über die Niederlande hatte Maximilian nach Philipps Tod seine zwischendurch mit Philibert von Savoyen verheiratete, aber früh verwitwete Tochter Margarete berufen, die ihre Aufgabe bis zu ihrem Tod 1530 mit fester Hand und diplomatischem Geschick nachkam.

Maximilian I. wurde getreu dem Testament von Wels in seiner Taufkirche, der St. Georgs-Kapelle der Burg in Wiener Neustadt, unter den Stufen ihres gotischen Hochaltars beigesetzt - wie sein Vater Friedrich III. im Ornat des St. Georg-Ritterordens -, und zwar so, dass Priester während der Messe genau über seinem Herzen zu stehen kommen.