Martinek-Kaserne

Standort 
Vöslauer Straße 106, 2500 Baden

Geschichte

Bereits im März 1938 war klar, dass in Baden Teile der deutschen Wehrmacht einen zukünftigen Standort haben sollten. Im April 1938 wurden die ersten 300.000 Quadratmeter Grund aus den Gemeinden Baden und Sooss angekauft. Die letzten Ankäufe wurden im September 1938 getätigt. Bereits im Mai 1938 kam es zu den ersten Planungsarbeiten für die Flak-Kaserne Baden.

Parallel dazu wurden Barackenlager und Arbeiterunterkunftslager im Umfeld der zu errichtenden Kaserne erbaut. Die ersten Bauarbeiten auf dem Gelände der Kaserne erfolgten ab Juni 1938, zu einem Zeitpunkt also, bis zu dem noch nicht einmal alle Grundkäufe abgeschlossen waren. Die ersten Bauten waren das Bauleitungsgebäude und das Angestelltenheim. Der Bau der Wirtschaftsgebäude, Unterkünfte, Kraftfahrzeughallen, Gerätelager, Waffenmeisterei, Heiz- und Wasserwerk waren dann im Juni 1941 abgeschlossen.

Die Kaserne war bis Kriegsende der Flak-Artillerie zugeordnet. Die letzten Soldaten verließen die Kaserne am 2. April 1945. Am 3. April erreichten sowjetische Truppen Baden. Die Besetzung der Kaserne erfolgte aber erst ca. 10 Tage später. Baden, als Hauptquartier der russischen Truppen in Österreich, hatte bis 1955 ständig sowjetische Soldaten in der Kaserne einquartiert. Sechs Monate nach Abzug der Sowjets zog am 15. März 1956 ein Erkundungskommando der Artillerie-Truppenschule in die dann "Artilleriekaserne Baden" benannte Liegenschaft ein.

Am 28. Juni 1963 wurde die bisherige "Artilleriekaserne Baden" im Beisein der Witwe des Generals Martinek in "Martinek-Kaserne" umgetauft. In der Garnison Baden befanden sich im Zweiten Bundesheer: Die Artillerieschule (anfangs noch Artillerie-Truppenschule), jetzt Institut Artillerie der Heerestruppenschule (HTS), das Kommando der 1. Panzergrenadierkompaniedivision (PzGrenDiv) und dessen Stabskompanie und daraus hervorgegangen das Kommando des III. Korps, die Heereskraftfahrschule, jetzt Lehrabteilung Kraftfahrwesen (KfW) der Heeresversorgunsschule (HVS), I. Abteilung des Artillerieregiment (AR) 1, Panzerartilleriebataillon 9, Sanitätsanstalt des Militärkommandos (MilKdo) B, 3. Betriebsversorgungsstelle/MilKdo NÖ.

Namensgeber

Robert Martinek wurde am 02.02.1889 in Gratzen/Mähren geboren und trat 1903 in die Artillerie-Kadettenschule ein und wurde 1910 zum Leutnant ausgemustert. Als Batteriekommandant beendete der 1917 außerhalb der Reihenfolge wegen seines tapferen Verhaltens zum Hauptmann beförderte Offizier den Ersten Weltkrieg. 1921 wurde er in das Erste Bundesheer übernommen und 1929 wegen seiner besonderen Fähigkeiten als Lehrer an die Artillerie-Fachschule berufen und 1934 bei gleichzeitiger Ernennung zum Oberst zu deren Kommandanten bestellt. Martinek wirkte bahnbrechend auf den Gebieten des Artillerie-Schießwesens und der Artillerietaktik. Sein Fachwissen erlangte internationale Anerkennung. Am 28. Juni starb dieser inzwischen zum General der Artillerie beförderte und mit höchsten Orden beider Weltkriege ausgezeichnete vorbildliche österreichische Artillerieoffizier.