Martin-Kaserne

Standort 
Ing. Hans Sylvester-Straße 6, 7000 Eisenstadt

Geschichte

Am 2. August 1853 wurde mit den Bauarbeiten begonnen und am 1. Mai 1858 wurde das Hauptgebäude bezogen und als k.u.k. Kadetteninstitut eröffnet, welches aber bereits am Ende des Schuljahres 1870/71 aufgelöst wurde. Das Gebäude wurde bis 1873 in eine Infanteriekaserne umgestaltet. In den folgenden Jahren waren das Infanterieregiment (IR) Nr. 50 "Großherzog von Baden", das IR Nr. 19 "Kronprinz Rudolf" und das IR Nr. 48, "Erzherzog Ernst" in der Infanteriekaserne untergebracht. Auf Befehl des Kaisers wurde am 21. September 1879 die Militärunterrealschule feierlich eröffnet und mit Beginn des Schuljahres 1900/01 wurde ein eigenes Zöglingsheim (heute Krankenrevier und Fernmeldewerkstatt) seiner Bestimmung übergeben.

Nach 30-jährigem Bestehen wurde 1909 die Militärunterrealschule verlegt und eine k.u.k. Militäroberrealschule errichtet, welche bis zum Ende des 1. Weltkrieges bestand. Während der Anschlussbestrebungen des heutigen Burgenlandes an Österreich war die Kaserne von ungarischen Freischärlern besetzt. Am 13. November 1921 zog erstmals österreichisches Militär in die Kaserne ein. Am 3. November 1922 wurde in der Kaserne eine Bundesmittelschule mit Schülerheim errichtet. Der burgenländische Landtag und das Feldjägerbataillon 1 waren ebenfalls in der Kaserne untergebracht. Mit Beginn des Schuljahres 1925/26 wurde die Schule als Bundesreal- und Obergymnasium geführt und am 31. Oktober 1938, auf Grund des herrschenden Platzmangels, in das Theresianum am Oberberg in Eisenstadt verlegt. Von 1935 bis 1945 stand die Jägerkaserne ausschließlich in militärischer Verwendung durch die Deutsche Wehrmacht (Kradschützenbataillon Nr. 2, Landesschützen-Ausbildungsbataillon 17, Landesschützen-Bataillon 885).

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1955 bezogen sowjetrussische Truppen im Hauptgebäude Quartier. Am 16. Jänner 1956 zogen das Ergänzungskommando Bugenland und am 28. März 1957 Teile der 1. Jägerbrigade (eine Kompanie des Feldjägerbataillons 1 und die Brigadeaufklärungskompanie) ein. Am 17. September 1957 verlegte das IR-Bataillon 2 von Pinkafeld nach Eisenstadt. Im Jahre 1958 wurde die Kaserne in "Schulkaserne" umbenannt. Mit Wirkung 1 März 1963 wurde das Infanteriebataillon 2 in Jägerbataillon (JgB) 2 umbenannt. Am 15. Mai 1967 wurde die Kaserne nach dem burgenländischen Schutzpatron in "Martin-Kasene" umbenannt. Im Zuge nun folgenden Umgliederungen wurde das JgB2 im Jahre 1975 in Ausbildungsregiment (AusbR) 1 und in weiterer Folge 1979 in Landeswehrregiment (LWSR) 12 und danach in Stabsregiment (StbR) 1 und 1994 in Stabsbataillon (StbB) 1 umbenannt. Im Jahr 1999 wurde die 1. Jägerbrigade (JgBrig) aufgestellt und im Jahr 2005 aufgelöst. 2008 wurde das StbB1 aufgelöst.

In der Martin-Kaserne in Eisenstadt sind derzeit das Kommando Heerestruppenschule, Kommando Militärkommando Bataillon, die Staskompanie/Militärkommando Bataillon und die 1.Betriebsversorgungsstelle disloziert.

Namensgeber

Der Heilige Martinwurde in der römischen Provinz annonia in Sabarina (Szombathely, Ungarn) um das Jahr 317 geboren. Er war Soldat wie sein Vater und diente so in der berittenen kaiserlichen Leibgarde und wurde schon sehr früh Offizier. Den Berichten über sein Leben nach war ein gütiger junger Mensch und seine Nächstenliebe war für seine Mitmenschen vorbildhaft. Bekannt ist die Legende, in der er seinen Soldatenmantel mit einem Schwert teilte und einen Teil einem Bettler übergab. Aufgrund eines Traumes in dieser Nacht ließ er sich letztlich mit 18 Jahren taufen. Auf eigenen Wunsch schied er aus dem Militärdienst aus, da seinen neuen christlichen Glauben mit dem Kampf nicht vereinen konnte. Um das Jahr 360 zog er sich nach Ligugé bei Porters zurück und gründete ein Kloster, welches bald guten Zulauf fand. Als etwa 10 Jahre später ein neuer Bischof für Tours gesucht wurde, wünschte sich die Bevölkerung Martin als Bischof und setzte dies auch gegen den Willen Martins durch. So wurde Martin am 4. Juli 372 zum Bischof geweiht und unternahm zahlreiche Missionsreisen ins Land.

Am 8. November 397 starb Martin im damals hohen Alter von ca. 81 Jahren in Candes und wurde am 11. November in Tours beigesetzt. Martin war der erste Heilige, der nicht auf Grund des Martyriums, sondern wegen seiner Lebensführung und seines Glaubenszeugnisses als Heiliger verehrt wurde.