Benedek-Kaserne

Standort 
2460 Bruckenneudorf

Entstehung

Im Jahr 1934 erfolgte eine Maßnahme, die bisher wohl nicht in den Aufgabenbereich des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf gehörte, später aber im 2. Weltkrieg gang und gäbe wurde, nämlich die Aufstellung von Panzertruppenkörpern. Im Jahr 1935 wurde mit dem Bau der "Panzerkaserne" in Bruckneudorf begonnen. Es entstand hier als Teil der schnellen Division das erste österreichische Panzerwagenbataillon, welches 1938 als Panzerbataillon 33 in das deutsche Heer eingegliedert wurde.

Am 13. März 1956 wurde die "Panzerkaserne" wieder von Truppen des Österreichischen Bundesheeres bezogen. Ende 1956 zog die Panzeraufklärungskompanie 2 der Panzertruppenschule als erste Garnisonstruppe in die Kaserne ein. Im Herbst 1957 wurde die Aufklärungskompanie von der 1. Kompanie des Panzerbataillons 33 abgelöst, die bis Ende 1961 verblieb. Anfang 1963 wurde das neu aufgestellte Festungsbataillon I, in das man an Stelle der 1. Kompanie/Panzerbataillon 33 die neu aufgestellte Pionierkompanie zur besonderen Verwendung eingegliedert hatte, zur Garnisionstruppe. Im Juni 1967 wurde im Rahmen der Gedenksteinenthüllung "100 Jahre Brucker Lager" in einem Festakt die "Panzerkaserne" in Benedek-Kaserne umbenannt.

1968 erfolgte eine Umbenennung der Garnisonstruppe in "Sperr/Truppenübungsplatz-Kommando Bruckneudorf". Im August 1982 wurden erste Kreuzbauten (Objekte 400, 401 und 402) fertiggestellt und die 1. u. 3. Kompanie/Landwehrstammregiment 14 (von Kaisersteinbruch) konnten einziehen. Im Jänner 1984 wurden die Objekte 403 und 404 bezugsfertig und die Stabskompanie und 2. Kompanie/Landwehrstammregiment 14 folgten. Im Zuge der Umgliederung im Jahr 1994 wurde das Landwehrstammregiment 14 aufgelöst. Heute sind in der Kaserne das Truppenübungsplatzkommando und der Dienstbetrieb, das Schießplatzkommando, die Institute Jäger und Pionier sowie die 2. Ausbildungskompanie der Heerestruppenschule disloziert.

Namensgeber

Ludwig August Ritter von Benedek (Ungarisch: Lovag Benedek Lajos) wurde am 14. Juli 1804 als Sohn des Dr. med. und Professors Johann Andreas von Benedek (1774–1850) und der Sofia Katharina, geborene Thurner (1780–1836) in Ödenburg, Ungarn, geboren.

Seine militärische Ausbildung begann am 3. Mai 1818 mit dem Eintritt in die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt. Im Februar 1846 trug er wesentlich zur schnellen Unterdrückung des Aufstandes in den westlichen Teilen Galiziens bei. Deswegen erhielt er das Ritterkreuz des Leopold-Ordens. Durch die Verleihung des Ordens wurde er in den Ritterstand erhoben. Im August 1847 wurde er mit dem Kommando des Infanterie-Regiments Nr. 33 "Graf Gyulay" in Italien betraut. Am 5. April 1848 übernahm er das Kommando über die Brigade. Er zeichnete sich im ersten italienischen Unabhängigkeitskrieg mehrfach aus, unter anderem am 29. Mai bei Curtatone, wo er an der Spitze seiner Brigade den entscheidenden Sturmangriff leitete. Dafür wurde er mit dem Militär-Maria-Theresien-Orden (Kommandeur) ausgezeichnet. Am folgenden Tag nahm er an der Schlacht bei Goita teil.

Im Feldzug von 1849 erwarb er bei der Einnahme von Mortara (21. März) und in der Schlacht bei Novara weitere Lorbeeren. Erzherzog Albrecht überreichte Divisionär Benedek als Anerkennung den Degen seines Vaters Erzherzog Karl, den Sieger von Aspern. Am 3. April wurde er zum Generalmajor befördert und zum Chef der Generalquartiermeisterabteilung (Generalstabschef) der 2. Armee in Italien. Während des Aufstandes in Ungarn wurde Benedek 1849 zur Armee nach Ungarn beordert und nahm bei Raab an der Niederschlagung des Aufstandes teil. Nachdem er bei Szöny verwundet worden war, wurde er wieder als Chef des Generalquartiermeisterstabs der 2. Armee nach Italien versetzt und 1853 zum Feldmarschall befördert.

1854 erhielt er das Kommando des IV. Armeekorps in Lemberg, das als Observationsarmee während des Krimkriegs aufgestellt war. 1866 wurde er gegen seinen Willen zum Oberbefehlshaber der Nordarmee ernannt. Er kannte weder das Terrain im Norden noch den Feind, den er bekämpfen sollte. Aufgrund der Niederlage bei Königgrätz verlor er sein Kommando und wurde durch Erzherzog Albrecht ersetzt. Der oberste Militärjustizsenat leitete gegen ihn und einige Offiziere eine kriegsgerichtliche Untersuchung ein, diese wurde jedoch auf Befehl des Kaisers eingestellt. Es wurde ihm aber das Versprechen abverlangt, über die Umstände der Niederlage zu schweigen. In der Wiener Zeitung wurde er aufs Schärfste verurteilt. Tief getroffen von dieser Demütigung, zog er sich nach seiner Verabschiedung nach Graz zurück, wo er am 27. April 1881 verstarb.