Andreas-Hofer-Kaserne

Standort 
Jägerstraße 6, 6067 Absam

Absam in Tirol ist eine Gemeinde am Karwendelgebirge in der Nähe der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol und der Landeshauptstadt Innsbruck. Absam zählt 6.600 Einwohner.

Bereits 995 kam es zu einer Erwähnung des Ortes "Abazanes" in den Büchern der Diözese Brixen. In der Absamer Gegend setzte schon früh die Industrialisierung ein. Bedingt war dies durch den Salzabbau im Halltal sowie durch den Blei- und Zinkbergbau. Der Pilgerort Absam liegt direkt am Jakobsweg. Die Wallfahrtskirche wurde im Jahre 2000 zur Basilika erhoben.

Absam gilt auch als Dorf der Sportler. Mit Ernst Vettori, Andreas Felder, Christoph Bieler, Andreas und Wolfgang Linger, sowie Josef Feistmantl stammen nicht weniger als sechs Olympiasieger und Weltmeister aus diesem kleinen Dorf. Der ehemalige EU-Kommissar und Minister Franz Fischler sowie der bekannt Maler Max Weiler sind ebenfalls aus Absam.

Gechichte

Das 157.318m² große Areal wurde in den Jahren 1939 und 1949 von ca. 60 Grundstückseigentümern angekauft. Mit dem Bau der Kaserne wurde 1940 begonnen. Ob jemals Teile der deutschen Wehrmacht länger in der Kaserne stationiert waren ist ungeklärt. 1945 wurde die Andreas-Hofer-Kaserne von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Dies konnte aber eine Plünderung und Brandschatzung nicht verhindern. 1952 erbauten französische Pioniersoldaten aus Algerien den Südtrakt der heutigen Kaserne. Dieser Kasernenteil wurde im Dezember 1953 an die Gendarmerieschule Tirol I übergeben. Dieser übernommene Teil wurde in Jägerkaserne umbenannt.

1954 wurde nördlich der Jägerkaserne ein weiteres Objekt fertig gestellt und als Edelweißkaserne bezeichnet. Nach laufenden Zu- und Erweiterungsbauten wurden diese beiden Kasernen 1967 als Andreas-Hofer-Kaserne vereinigt. Die Andreas-Hofer-Kaserne ist der Standort des Kommandos der 6. Jägerbrigade, der Gebirgsbrigade des österreichischen Bundesheeres.

Namensgeber

Der Namensgeber der Kaserne, der am 22.11.1767 geborene Sandwirt Andreas Hofer aus St. Leonhard in Passeier führte in den Befreiungskriegen von 1809 die Tiroler dreimal siegreich zum Kampf gegen die Truppen von Napoleon. Aufgrund des Friedens von Pressburg stand Tirol 1805/1806 unter bayrischer Herrschaft. Die Zwangsrekrutierung für die Bayrische Armee führte am 9. April 1809 in der Tiroler Hauptstadt Innsbruck zum Aufstand. Andreas Hofer stellte sich an die Spitze der antibayrischen Bewegung. Bereits am 11. April konnte er sich bei Sterzing gegen die Bayern durchsetzten. Am 12. April kam es zur ersten Bergisel-Schlacht um Innsbruck. Danach konnten die Österreicher wieder in Innsbruck einziehen. Am 25. und am 29. Mai folgten zwei weitere Schlachten am Bergisel, aus welchen die Tiroler Freiheitskämpfer als Sieger hervorgingen.

Nach dem Frieden von Schönbrunn, der in Tirol als Betrug galt, endete am 1. November die vierte Bergisel-Schlacht mit einer Niederlage von Hofer. Er flüchtete auf die Mähderhütte der Pfandleralm, wurde aber von Franz Raffl verraten, gefangen genommen und nach Mantua gebracht. Dort wurde er von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 20. Februar 1810 erschossen.